Win-Win: TGT®-Trainerinnen im Austausch
Marion Voss & Claudia Sperrhake



Marion Voss mit „Stella“ und „Bonita“Marion Voss mit „Stella“ und „Bonita“Von- und miteinander lernen –, das ist nicht nur das Motto der Ausbildungsstaffeln von TGT® Bodenschule und Reiten, sondern auch die Gesinnung unter den lizenzierten TGT®-Trainern bundesweit. Seit über elf Jahren nutzen Reiter und Ausbilder das bewährte Trainings-System, um methodisch und zielführend zu lernen und zu unterrichten.

So kamen auch die zwei TGT®-Trainerinnen Marion Voss und Claudia Sperrhake auf einem Reit-Seminar bei Rika Kreinberg auf die glorreiche Idee, die Zusammenarbeit in der Praxis anzugehen: Ansässig in Friesland, brachte Marion Voss (TGT® Bodenschule & Reiten Basis) ihre Barock-Pinto-Stute „Ornella“ für mehrere Tage zu TGT® PREMIUM-Trainerin Claudia Sperrhake nach Gladbeck – für Beritt und Unterricht.

Diese arbeitete die Stute einige Tage allein an der Hand und unterm Sattel, um dann tolle gemeinsame Tage mit Marion und den Pferden zu verbringen. Ihre eigenen Pferde kamen dabei auch zum Einsatz.

Wie die beiden die gemeinsame Zeit auf der tollen Reitanlage „SL Pferdehof“, auf dem Claudia ihre Pferde und je ein Berittpferd arbeitet, empfanden, und was sie für Fortschritte mit den Pferden und auch als Lehrerinnen gemacht haben, lesen Sie hier in ihren Feedbacks.

Feedback von Marion Voss, TGT®-Trainerin RB:

Marion Voss und „Ornella“Marion Voss und „Ornella“„Auf deinem Reit-Seminar in Kempen entwickelte sich durch ein Gespräch mit Rika die Idee einer weiterführenden Nacharbeit mit Claudia Sperrhake.
Gesagt, getan, wir haben schnell einen Zeitraum gefunden und ausgemacht, und ich habe „Ornella“ für sechs Tage zu Claudia gebracht.

Wir sind super gut aufgenommen worden, und die Reitanlage und die Unterbringung in der Gastbox bieten beste Trainingsbedingungen. Gleich in der Nähe der Reitanlage habe ich für mich ein tolles Gästehaus gefunden; die Unterbringung dort kann man nur empfehlen.

Wir haben uns darauf verständigt, dass Claudia „Ornella“ an den ersten drei Tagen in fünf Einheiten alleine arbeitet, um sich einzufühlen und mit „Ornella“ vertraut zu werden.

Wir haben die gemeinsame Arbeit ab Montag bis Mittwoch mit je zwei Einheiten am Tag zusammen aufgenommen. Insgesamt waren es elf Einheiten mit „Ornella“. Zudem habe ich dreimal ihre beiden Pferde abwechselnd hintereinander unter ihrer Anleitung an der Hand arbeiten dürfen, um zu spüren und zu fühlen und klarer in meinen Handlungen zu werden, um so die Umsetzung am eigenen Pferd besser durchführen zu können.

Das Zusammenspiel von Beritt, Anleitung beim eigenen Reiten und bei der Arbeit an der Hand, mit für mich fremden Pferden und miz „Ornella“ war sehr lehrreich; die positive Entwicklung bei mir und „Ornella“ war danach deutlich zu spüren und zu sehen.

Marion Voss und „Bonita“Marion Voss und „Bonita“Vieles ging nun leichter, und meine Handlungen und Hilfen sind viel klarer geworden und somit viel verständlicher für mein Pferd. Raus aus dem Frust, dass dies und das nicht funktioniert…, raus aus der Sackgasse. Ich habe einen neuen, noch freundlicheren Zugang gefunden für ein harmonisches Miteinander – und gelernt, mich noch mehr selbst zu überprüfen und das Umlenken aus dem Negativen (das klappt nicht) in das Positive (komm, wir versuchen es) zu verwirklichen.

Claudia hat sich sehr viel Zeit genommen, um „Ornella“ und mir einen Weg aufzuzeigen, wie wir besser miteinander umgehen können, am Boden wie beim Reiten. Selbst das Anleiten und Installieren, dass „Ornella“ in fremder Umgehung ruhig am Putzplatz steht, Kopf senken, ein Auge, ein Ohr beim Reiter, wenn es doch mal etwas von außen her unruhig wird, haben mir und „Ornella“ eine neue Ruhe gebracht.

„Vergessenes“ aus der Bodenschule wurde so wieder zum Thema, und wir konnten mit Claudias Anleitungen alles sehr gut umsetzen, und wir haben auch schon neue Termine ausgemacht; im November komme ich wieder – und nächstes Jahr im März.

Es waren sehr lehrreiche Tage für mich: die Kommunikation, die Reittechnik, meine Energetik und mein Körperbewusstsein haben sich sehr verbessert. „Ornella“ fühlt sich nun von Anfang an weich, geschmeidig, locker an und macht immer einen sehr zufriedenen und ruhigen Eindruck.
Genau das habe ich mir gewünscht. Claudia hat mir und meinem Pferd sehr viel weiter geholfen. Sie ist eine tolle Trainerin. Ich kann nur danke und bis bald sagen."
Marion

Feedback von Claudia Sperrhake, TGT®-PREMIUM-Trainerin

Claudia SperrhakeClaudia Sperrhake„Am Freitag nach der Ankunft ging es direkt an die erste Einheit an der Hand und unter dem Sattel. Für mich hieß es, sich einzufühlen ins Pferd… Fleiß am Boden und unter dem Sattel waren viel besser, als ich erwartet hatte. Natürlich lief nicht gleich alles rund, „Ornella“ musste sich neu an mir orientieren. Anschließend haben Marion und ich besprochen, woran gearbeitet werden soll und welche Ziele wir erreichen möchten.

Am Samstag und Sonntag habe ich jeweils zweimal eine Stunde allein mit „Ornella“ gearbeitet. Ich habe zu Beginn immer „Arbeit an der Hand“ gemacht (Fleiß, Schrittmaß vergrößern, Halt, Schaukel, verbindlichere Hilfengebung). Das gleiche dann auch unter dem Sattel mit viel Trab und Galopp vorwärts, dabei aber im Rahmen bleiben. Das Maul von „Ornella“ wurde schon am Samstag Nachmittag deutlich ruhiger und die Halsmuskulatur immer lockerer, und „Ornella“ war zufrieden im Vorwärts unterwegs.

Am Sonntag war sie von Anfang an locker, zufrieden und ließ sich ohne Probleme im Hilfenrahmen reiten, den sie immer besser angenommen hat und dies mit einer schönen Dehnung vor dem Widerrist gezeigt hat.

Marion Voss und „Bonita“Marion Voss und „Bonita“Zusätzlich bin ich an dem Wochenende auch im täglichen Umgang deutlich konsequent mit ihr umgegangen. Ruhiges Stehen beim Putzen, Kopf absenken (immer, wenn sie in die Position gekommen ist, wo sie den Rücken weggestreckt hat) sowie beim Auf-/Abhalftern/Trensen. Das war am Anfang alle paar Sekunden nötig, aber sie hat es schnell wieder gelernt und darin ihre Entspannung wiedergefunden, was sich auch in der Box gezeigt hat, wo sie dann auch allein ganz ruhig geblieben ist.

Montag bis Mittwoch haben wir jeweils morgens mit „Ornella“ gearbeitet, dabei habe ich Marion erklärt, in welchem Hilfenrahmen ich „Ornella“ gearbeitet habe und mit erklären/zeigen/vorreiten konnte sie das auch alles Stück für Stück immer besser umsetzen. Danach hat Marion mit meiner Quarter-Horse-Stute „Stella“ und meiner PRE-Stute „Bonita“ „Arbeit an der Hand“ geübt.

Sich auf andere Pferde einlassen, einfühlen, etwas probieren stand für mich im Vordergrund, damit Marion im Körper lockerer wurde und nicht immer an das perfekte Ergebnis dachte. Hier hat man in den Tagen deutlich gesehen, wie viel sich dort in der Kommunikation über die Hilfen verbessert hat. „Stella“ hat Marion auch sehr schön im Trab vom Boden aus gearbeitet.

Für mich war hier schön zu sehen, dass beide Pferde ruhig geblieben sind, auch wenn am Anfang leichte Irritationen in der Hilfengebung vorhanden waren.

Marion Voss und „Ornella“Marion Voss und „Ornella“Nach der Mittagspause mit leckerem Essen ging es dann für „Ornella“ in die zweite Einheit.

Die Inhalte vom Vormittag wiederholen, immer weiter das Augenmerk auf die Weichheit im eigenen Körper richten. Meine Absicht war, Marion zu zeigen, dass es wichtig ist, ruhig zu bleiben, auch wenn es beispielsweise beim Angaloppieren mehrere Versuche braucht. Locker bleiben, nicht „strafend“ werden und klemmen, sondern weiter über die Hilfengebung und Rhythmik dem Pferd helfen. Das war ein neuer Zugangsweg für Marion, den „Ornella“ sehr gut angenommen hat. Wir haben in allen drei Grundgangarten deutliche Verbesserungen erzielen können, bis hin zu anspruchsvollen Übungen mit Trabvolten, die „Ornella“ ganz locker und willig mit absolut ruhigem Maul umgesetzt hat.

Mein Fazit aus diesen Tagen:

Ich freue mich sehr, dass Marion das Vertrauen in mich gesetzt hat, ich ihr helfen konnte, einen neuen Blickwinkel und Zugang zu „Ornella“ zu bekommen. Sie konnte in den Tagen alles immer besser umsetzen, sodass ich letztlich am Mittwoch in der letzten Einheit beim lockeren An- und Durchgaloppieren mit sehr schönem Schwung mit einer Gänsehaut in der Mitte stand. Dieses Ergebnis hätte ich nicht erwartet.

„Ornella“ war immer total entspannt und willig. Und nicht zuletzt die netten gemeinsamen Abende bei gutem Essen und beim Fachsimpeln haben diese Tage zu einem tollen Erlebnis gemacht!“
Claudia